Couperose ist eine schleichende und fiese Hautkrankheit! Das musste ich kurz nach meinem 16. Geburtstag am eigenen Leibe erfahren.

Ich habe im Dezember Geburtstag und die Couperose ist mir zunächst gar nicht so bewusst aufgefallen. Meine Wangen waren zwar immer rosig, aber das habe ich mit der winterlichen Kälte beziehungsweise mit der warmen Heizungsluft begründet – und nicht mit Couperose.

Der Winter ging vorüber. Die Couperose blieb und ich musste lernen, damit zu leben.

 

Woran man erkennt, dass man an Couperose leidet?

Meine Mutter hat mich schon als kleines Kind im Sommer immer ganz dick mit Sonnencreme LSF 50 und andere Kosmetikprodukte eingecremt – obwohl Hautkrebs zu dieser Zeit noch gar kein großes Thema war. Da ich aber ganz helle Haut hatte und habe (und rotblondes Haar), wurde ich ohne Lichtschutzfaktor innerhalb kürzester Zeit rot wie eine Krabbe.

Was das mit Couperose zu tun hat?

Zum einen erkranken Menschen mit heller Haut häufiger an Couperose und zum anderen trifft es auch Leute, die seit der Kindheit an penibel auf Hautpflege geachtet haben. Couperose ist also nicht nur hässlich und zuweilen schmerzhaft, sie ist auch unberechenbar und geradezu heimtückisch. Außerdem sind Frauen häufiger als Männer von Couperose betroffen, was in sofern gemein ist, da sich Männer ja einfach einen Bart wachsen lassen könnten, um so die Gesichtsrötung zu kaschieren – zumindest im Wangenbereich. Frauen interessieren sich auch viel mehr für Kosmetikprodukte und nehmen im gegensatz zu Männer auch mal an einen Gewinnspiel teil, welche öfters auf sozialen Kanälen angeboten wird.

Creme gegen Couperose

Die rötlich, bläulich durchschimmernden Äderchen beginnen aber zugegebenermaßen meist erst rund um die Nase und dem Jochbein aufzutreten, bis sie sich auch auf andere Bereiche ausbreiten.

Die geröteten und erweiterten Adern im Gesicht heißen Teleangiektasien (irreversibel erweiterte Kapillargefäße) und entstehen aufgrund einer Bindegewebsschwäche der Haut, die man nicht einfach so reparieren kann. Eine Bindegewebsschwäche äußerst sich eben nicht nur durch Dellen an den Oberschenkeln und dem Po – im Fall der Couperose sind es eben geplatzte Äderchen im Gesicht.

 

Die verschiedenen Formen der Couperose

Die verschiedenen Formen der Couperose

Wie schon beschrieben, zeigen sich die mit bloßem Auge erkennbaren Äderchen und Rötungen meist zunächst rund um die Nase. Bei mir hat die Couperose sich relativ schnell auf den Wangen ausgebreitet. Darüber hinaus war die Haut in der T-Zone sehr trocken und schuppig, sodass ich eine Zeit lang ein sehr fettige Anti Aging Creme benutzt habe, um die Spannungsgefühle zu mindern.

Das führte allerdings zu einer leichten Akne. Mein Gesicht war übersäht mit Pickeln und Pusteln und ich war todunglücklich über meinen Hautzustand. Deshalb suchte ich gleich mehrere Hautärzte auf, doch kein Dermatologe konnte mir wirklich helfen. Ich sei eben noch sehr jung und mit der Zeit würde sich meine Haut schon von alleine wieder beruhigen. Tat sie aber nicht. Und wie ich heute weiß, ist Couperose eine chronische Hautkrankheit, die mit der Zeit niemals besser, sondern nur noch schlimmer wird. Als meine Verzweiflung am größten war, empfahl mir eine Freundin einen Hautarzt in der Nachbarstadt.

Ein wirklich guter Arzt, der nach einer eingehenden Hautanalyse / Hautdiagnose sofort die Couperose diagnostizierte und mir spezielle Kosmetik für meine entzündliche Haut verschrieb. Er war es auch, der mir riet, regelmäßig zu einer Kosmetikerin zu gehen. Die Kosten für die Behandlungen musste ich zwar selber bezahlen, aber das war und ist es mir bis heute wert.

 

Laserbehandlung bei Couperose

Durch die Therapie bei der Kosmetikerin hatte sich meine Haut so weit verbessert, dass ich die Akne nahezu vollständig in den Griff bekommen habe. Die Couperose allerdings sah nach wie vor schlimm aus. Täglich musste ich mein Gesicht stark schminken und dabei verwendete ich spezielles Make-up (ohne Alkohol versteht sich). Und ich erkundigte mich nach einer Behandlung, die der chronischen Hautkrankheit mehr als nur einer simplen medizinischen Kosmetik entgegenzusetzen hatten.

Laser hieß das Zauberwort!

Ich vereinbarte einen Beratungstermin bei einer Hautärztin (die auch ein Kosmetik und Wellnessstudio besitzt), die über die neueste Laser-Technologie verfügte. Die Dame erklärte mir, dass sich durch die Behandlung die erweiterten Äderchen in mehreren Terminen veröden ließen. Ich war begeistert, allerdings sollte der Spaß auch mehrere Hundert Euro kosten. Ich versprach, es mir zu überlegen und mich zu melden. Der Gedanke, die Couperose ein für alle Mal loszuwerden war schon verführerisch, aber es bedeutet danach auch: Pflege.

Schluss mit Cremes und dem minutiös geplanten Leben ohne Spaß!

Menschen die an Couperose leiden, trinken nämlich in der Regel keinen Alkohol, meiden die Sonne wie Vampire (genauso wie die Sauna oder Dampfbäder) und ernähren sich extrem gesund, um den Hautzustand so gut wie möglich zu verbessern. Ein bisschen Angst hatte ich aber trotzdem und ich wollte mich nicht entscheiden, bevor ich nicht auch mit meinem Hautarzt gesprochen hatte.

Zum Glück habe ich dies aber noch getan und somit vielleicht Schlimmeres verhindert… .

 

Bei falscher Behandlung verschlimmert sich die Couperose

Mein Hautarzt erklärte mir, dass die Behandlung (Lasertherapie) oftmals sehr schmerzhaft für die Betroffenen ist und, da Couperose ja eine chronische Hauterkrankung ist, auch nach dem Lasern wiederkommen kann. Es hilft also schon, aber ist am Ende sehr teuer.

Couperose behandeln

Wenn man Couperose überhaupt nicht behandelt, kann eine sogenannte Rosazea entstehen. Die Rosazea / Rosacea ähnelt in den Symptomen einer Couperose, wobei in schweren Fällen auch noch knötchenartige Verwachsungen der Haut hinzukommen können. Hyaluron-Cremes und Lotions sind also doch die bessere Alternative. Heute pflege ich meine Haut, eine alltägliche Pflegeroutine, indem ich sie sehr gut, aber vorsichtig reinige und morgens und abends eine beruhigende Creme auftrage. Tagsüber benutze ich ein teures, aber sehr gut verträgliches Make-up.

Im Prinzip hat sich also nichts, außer meiner Einstellung geändert. Heute gehe ich mit meiner Hautkrankheit einfach selbstbewusster um. Zudem weiß ich, dass ich nicht die Einzige bin, die an Couperose leidet und dass ich deshalb kein weniger liebenswerter Mensch bin!  

Weiters und passendes:

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