Fledermauskasten und die Architektur von heuteDie Errungenschaften der modernen Architektur sind Segen und Fluch zu gleich: Der Mensch wohnt immer besser und immer komfortabler, die Tiere verlieren an Wohn- und Lebensraum.

Paradebeispiel dafür ist die Fledermaus: Statt natürlichem Lebensraum am und rund ums Haus, sind heute Fledermauskästen mehr denn je vonnöten. Und das eine hängt mit dem anderen direkt zusammen.

Warum lesen sie hier!

Manchmal wirken sie wie Tiere aus einer anderen, einer vergangenen Zeit. Und in der vergangenen Zeit hatten sie auch noch weitaus bessere Chancen zu überleben: Fledermäuse im Garten (Wildtierfreund.de).

Sie halten sich von jeher in direkter Nähe des Menschen auf, beziehen ihre Quartier an und in Gebäuden in direkter Nachbarschaft: „Kulturfolger“ nennt man so etwas in der Biologie.

Allein: Auch dies ist bereits eine Entwicklung, die sich über lange Zeit vollzog.  Aus dem Grund nämlich, dass natürliche Lebensräume immer seltener wurden.

Felsspalten, Baumhöhlen, Gesteinsstollen – Mangelware in der Natur von heute.

Nicht zuletzt dank tatkräftiger „Unterstützung“ des Menschen, der Naturflächen immer dichter besiedelt und dafür Wälder opfert.

 

Von Felsspalten zu Mauerspalten am Haus: Der Wandel des Lebensraums der Fledermaus

FledermausDarauf konnte sich die Gattung Fledermaus jedoch noch relativ leicht einstellen: Man fand sie plötzlich vorzugsweise

  • auf Dachböden
  • in Mauerspalten
  • in Kellern
  • hinter Fensterläden
  • und vielem mehr.

Auch Scheunen, Garagen oder Gartenschuppen erfreuten sich großer Beliebtheit. Eine wenn auch nicht immer gewünschte, aber zumindest friedliche Koexistenz von Fledermäusen und Menschen.

Einerseits aber war es der dem Menschen immer schon unheimlich, Fledermäuse in seiner direkten Umgebung, gar in seinem eigenen Haus zu wissen. Andererseits perfektionierte er auch immer mehr Bauwerke und Architektur.

WildtierfreundEine Entwicklung, die sich immer weiter fortsetzte und heute nahezu Perfektion erreicht: perfekt wärmegedämmte Häuser, optimal isolierte Wände, undurchlässige Dächer, getrimmte Fassaden.

Einerseits perfekt für Energiebilanz und Umwelt. Andererseits: Hier ist schlichtweg kein Platz mehr für Fugen und Spalten, kein Platz mehr für unachtsam übersehene Dachnischen – kein Platz mehr für die Fledermaus?! So zumindest scheint es auf den ersten Blick.

 

Fledermauskästen – Heimat von heute für die geflügelten Säugetiere

Fledermauskästen & Fledermausquartiere | Wildtierfreund.deDoch der Mensch steuert auch entgegen: Wo er Wälder zerstört und natürliche Lebensräume reduziert, schafft er neue.

Zum Beispiel in Form von Fledermauskästen.

Angesichts der skizzierten Entwicklungen scheinen sie fast wie ein Muss, ein dringendes Zugeständnis an die Gattung der Fledermäuse. Und tatsächlich finden sich heute die kleinen Konstruktionen aus Holz an immer mehr Hausfassaden.

Erneut hat ein Umdenken beim Menschen eingesetzt, erneut stellen sich auch die kleinen Fledermäuse auf die neuen Bedingungen ein – und nehmen die Kästen dankbar an. Als Schutzraum, als Brutstätte für die Jungenaufzucht und manchmal sogar als Winterquartier.

Niemand kann in die Zukunft sehen – doch die Fledermaus wird weiterhin als „Kulturfolger“ leben. Dass sie überhaupt überlebt, gilt jedoch keineswegs als sicher.

Fledermauskästen sind ein Beitrag dazu genau wie es Vogelhäuser für den Bereich der seltenen Vögel sind, oder Insektenhotels beim Überlebensweg von bedrohten Käfern oder Schmetterlingsarten.

Fazit: Je mehr sich die menschliche Architektur perfektioniert, je mehr Raum sie fordert, desto sinnvoller ist es, den Tieren auch Raum zurückzugeben – mit Fledermauskästen & Co – erfahren Sie in diesem Artikel noch mehr.

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