Seit dem Ende der als so bezeichneten Wirtschaftskrise von 2008 ist das Thema Zeitarbeit wichtiger als jemals zuvor. Denn die Wirtschaft in der Bundesrepublik Deutschland boomt und wächst stetig Jahr für Jahr. Damit wachsen auch die Herausforderungen für die Unternehmen, große Aufträge abdecken und Wissen erweitern zu müssen, wenn etwa Mitarbeiter kurzfristig ausfallen.

Deutschland: Beste Zeit für Zeitarbeit

Bildquelle: dekra-arbeit.de (Personalvermittlung)

Um dies zu bewerkstelligen greifen immer mehr Unternehmen auf Zeitarbeiter zurück, da das Konzept Zeitarbeit enorme Vorteile für Unternehmen jeder Größe bietet. Aber auch für potenzielle Arbeitnehmer ist Zeitarbeit eine Chance, einen Berufseinstieg oder auch -umstieg anzugehen und einen Job zu erhalten, der individuelle Stärken berücksichtig, selbst wenn keine konkreten Qualifikationen vorzuweisen sind. Dazu kommt, dass für Angestellte in deutschen Zeitarbeitsfirmen Tarifregelungen gelten, die beispielsweise Stundenlohn und Urlaubsanspruch definieren, und die je nach Branche im Laufe der Anstellungszeit erhöht werden können. Hauptargumente für Leih- und Zeitarbeit sind:

Wie funktioniert Zeitarbeit?

Zeitarbeitnehmer sind in den meisten Fällen unbefristet aber in jedem Fall sozialversicherungspflichtig beschäftigt. Ihr Arbeitgeber ist die Zeitarbeitsfirma – von ihr erhalten die Arbeitnehmer ihren Lohn, auch die festgelegten Urlaubstage (mindestens 22) werden dort in Anspruch genommen.

Die auszuführende Tätigkeit leisten Zeitarbeiter dann in einem so genannten Kunden- oder Entleihbetrieb. Dieser gibt die entsprechenden Arbeitsanweisungen an den geliehenen Mitarbeiter.

Wie viel Geld verdient man in Zeitarbeit?

Zeitarbeitnehmer müssen grundsätzlich genauso bezahlt werden, wie die festangestellten Mitarbeiter im Entleihbetrieb, die vergleichbare Tätigkeiten ausüben (Equal Pay).

Doch oft werden eigene Tarifverträge für Leih- und Zeitarbeit vereinbart (Tariföffnungsklausel): Im Januar 2018 verhandelte die IG Metall mit der Arbeitgebervereinigung Südwestmetall eine Lohnerhöhung um 4,3 Prozent.

Der Mindestlohn für Leih-  und Zeitarbeit beträgt laut Deutschem Gewerkschaftsverbund ab April 2018 9,49 Euro (in den östlichen Bundesländern 9,27 Euro).

Beschäftigte im Elektrohandwerk erhalten bundesweit 10,95 Euro und selbst ungelernte Maler bekommen ab Mai 10,60 Euro.

Wie oft wechseln die Jobs?

Je nach Einsatz können Dauer der jeweiligen Zeitarbeit stark variieren. Beispielsweise Krankheits- oder Mutterschaftsvertretungen können kurzfristig beginnen und wieder enden. Manche Projektarbeiten wie in etwa bei Großaufträgen können durchaus länger dauern – Monate aber auch Jahre. Endet eine Zeitarbeitsanstellung, wird der Arbeitnehmer von seinem Personaldienstleister an den nächsten Job vermittelt. Es kommt hin und wieder vor, dass der Kunde, der Entleihbetrieb, einen Zeitarbeiter übernehmen möchte. Das stellt in den meisten Fällen kein Problem dar. Dann wird der Arbeitsvertrag mit dem Zeitarbeitsunternehmen ordentlich gekündigt und endet. So geschieht es inzwischen bei jedem dritten Zeitarbeitnehmer und spricht für die Möglichkeit, auch als ungelernte Kraft die eigene Karriere zu realisieren.

 

Was macht ein seriöses Zeitarbeitsunternehmen aus?

Was macht ein seriöses Zeitarbeitsunternehmen aus?Neben dem Bauchgefühl, das einem zuspricht oder von etwas abrät, sind  folgende Punkte wichtig: auch in der Personalvermittlung bzw. Personalberatung gibt es Vorstellungsgespräche – sie bieten die Chance, dass sich Vermittler und Arbeitssuchende kennenlernen. Diese sollten darauf achten, dass ihre Qualifikationen, aber auch Wünsche oder Sorgen erfragt und verstanden werden.

Je ausführlicher das Vorstellungsgespräch, desto passender ist die spätere Vermittlung durch das Personal Management.

Achtung!

Die Erlaubnis zur Arbeitnehmerüberlassung muss vorliegen. Auch die Mitgliedschaft im Interessenverband deutscher Zeitarbeitsunternehmen ist ein Indiz dafür, dass der Personaldienstleister seriös arbeitet.

Für Kundenbetriebe ist es ein klares Risiko, dass sie als temporärer Arbeitgeber nicht im Voraus abschätzen können, über welche Stärken die vermittelten Zeitarbeiter verfügen. So gibt etwa ein Flughafen in Berlin hinsichtlich Zeitarbeit ein Beispiel, das zeigt, wie sich das Leihen von Personal auf den Betrieb ausüben kann und wirft damit ein völlig anderes Licht auf die Sache: im Fall der Leiharbeit am Flughafen wurde offenbar vorrangig auf die Kosten geachtet, nicht aber auf die Qualifikation. Bei der Abfertigung von Flugpassagieren oder der Überprüfung von Gepäck treten die Kosten von Sicherheitspersonal mit der realen Sicherheit und Qualität in Konkurrenz. Die einzig richtige Reaktion und Maßnahme zur Besserung der Situation wäre in der Tat die, dass entleihende Arbeitgeber, also in diesem Fall der Flughafen, mehr Geld für Zeitarbeit investieren sollten: Nur so können sie geeignete Zeitarbeiter finden, diese finanzieren und das Stammpersonal bestmöglich entlasten.

Das alles zeigt einmal mehr, wie wichtig es ist, dass sich die Jobvermittlung durch Personalvermittlungsfirmen, also Leih- und Zeitarbeitsunternehmen, die Zeit nehmen, ihre Arbeitnehmer richtig zu kennen und passend zu vermitteln.

 

Zeitarbeit  – nur etwas für Ungelernte?

ZeitarbeitAushilfsarbeiter gehören mit 30 Prozent zu der am stärksten vertretenen Berufsgruppe in der Leih- und Zeitarbeit. Aber das bedeutet also auch, dass 70 Prozent der Zeitarbeitnehmer in anderen Bereichen eingesetzt sind. Durch den stetig wachsenden Bedarf an Fachpersonal aufgrund der starken Wirtschaft, hat der Einsatz von höher- und hochqualifizierten Zeitarbeitern enorm zugenommen. Darunter befinden sich Ingenieure und andere Spezialisten.

Es steht außer Frage, dass das Konzept Zeitarbeit ein zweischneidiges Schwert ist – insbesondere für den Zeitarbeitnehmer. Dennoch ist der sogenannte Klebeeffekt, also die Übernahme in die Festanstellung, möglich.

Man kann sagen: Je höher die Qualifikation, desto besser die Chance, übernommen zu werden.

Angesichts weiterer gute Jahre für die Deutsche Wirtschaft, der Ausweiterung der Globalisierung und der nicht aufzuhaltenden Digitalisierung wird Zeitarbeit auch in Zukunft den Arbeitsmarkt deutlich prägen.

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